Migration ist längst ein fester Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems – und stellt Ärztinnen und Ärzte vor Fragen, auf die Studium und klassische Weiterbildung selten vorbereiten. Welche Erkrankungen sind bei Patientinnen und Patienten aus bestimmten Herkunftsregionen wahrscheinlich – und welche werden im klinischen Alltag regelmäßig übersehen? Wie lassen sich Impflücken systematisch und leitliniengerecht schließen? Und welchem Schema sollte ein infektiologisches Screening folgen?
Dieser Kurs gibt strukturierte Antworten auf diese Fragen – auf Basis aktueller Leitlinien, realer Ausbruchsdaten und klinischer Erfahrung. Die drei Module bauen aufeinander auf: von den konzeptionellen Grundlagen der Migrationsmedizin über konkrete Impfstrategien bis zu einem herkunftsabhängigen Screening-Protokoll.
Der Kurs ist mit 2 CME-Punkten zertifiziert.
Referent:in
Charité Berlin
Institut für Internationale Gesundheit
Leitung tropenmedizinische Ambulanz
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Der Kurs besteht aus 3 Modulen.
Modul 1: Einführung in die Migrationsmedizin
Dieses Modul vermittelt die konzeptionellen und rechtlichen Grundlagen der migrationsmedizinischen Versorgung in Deutschland. Es erklärt den Healthy-Migrant-Effekt und ordnet typische Erkrankungen nach Migrationsphasen ein: von vorbestehenden Infektionskrankheiten über Traumata während der Flucht bis zu psychischen Folgestörungen nach der Ankunft.
Modul 2: Impfprävention in der Migrationsmedizin
Ausgehend von realen Ausbruchsszenarien – darunter ein Masernausbruch mit 52 Fällen in Berlin-Tegel 2024 – werden klare Impfprioritäten abgeleitet. Das Modul erklärt die RKI-Empfehlungen für alle Altersgruppen, Impfabstände zwischen Lebendimpfstoffen und die paradoxe Varizellen-Immunität bei Personen aus tropischen Ländern.
Modul 3: Infektiologisches Screening bei Migrantinnen und Migranten
Das Modul stellt ein systematisches Screening-Protokoll auf Basis der AWMF-S1-Leitlinie und der ECDC-Empfehlungen vor – von Hepatitis B/C, HIV und Tuberkulose bis zur submikroskopischen Malaria bei Personen aus Subsahara-Afrika, die nur per PCR nachweisbar ist und häufig übersehen wird.