Die Dermatologie im Kontext von Migration und globaler Mobilität konfrontiert Ärztinnen und Ärzte zunehmend mit Befunden, die in der klassischen Weiterbildung kaum vorkommen. Reiserückkehrende und Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund bringen ein breites Spektrum an Hauterkrankungen mit – von bakteriellen und viralen Infektionen über Parasitosen bis hin zu Mykosen und entzündlichen Dermatosen.
Hinzu kommt, dass viele dieser Erkrankungen auf dunklen Hauttypen klinisch anders aussehen als in Lehrbüchern abgebildet. Klassische Entzündungszeichen wie Erytheme fehlen – stattdessen zeigen sich Hyperpigmentierungen, perifollikuläre Betonung oder Lichenifikation. Wer diese Varianten nicht kennt, riskiert Fehldiagnosen oder verpasste Befunde, auch bei verbreiteten Erkrankungen wie Ekzem, Psoriasis oder Pilzinfektionen.
Dieser Kurs vermittelt das klinische Wissen zu den relevanten Infektionskrankheiten und entzündlichen Dermatosen und schärft gleichzeitig den Blick für deren Erscheinungsbild auf allen Hauttypen. Mit konkreten Handlungsempfehlungen für Diagnostik und Therapie, anhand eigener Kasuistiken und internationaler Falldaten
Der Kurs ist mit 3 CME-Punkten zertifiziert.
Referent:in
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Oberärztin Dermatologie und Tropenmedizin
Referent:in
Charité Berlin
Institut für Internationale Gesundheit
Leitung tropenmedizinische Ambulanz
| vor 2 Monaten
| vor 2 Monaten
Der Kurs besteht aus 6 Modulen.
Modul 1: Globale Dermatologie & Skin of Color
Dieses Modul führt in das Konzept der globalen Dermatologie ein und erklärt, warum klassische Beispielbilder und Fachliteratur den Anforderungen eines diversen Patientenklientels heute nicht mehr gerecht werden. Es wird gezeigt, wie sich Entzündungszeichen auf dunklen Hauttypen darstellen – und was das für die Diagnosestellung bedeutet.
Modul 2: Bakterielle Hautinfektionen in den Tropen
Das Modul strukturiert bakterielle Hautinfektionen nach klinischer Relevanz: von unkomplizierten epidermalen Infektionen über tiefe nicht-nekrotisierende Infektionen bis hin zu nekrotisierenden Weichteilinfektionen. Mit besonderem Fokus auf PVL-bildende Staphylokokken und kutane Diphtherie bei Migrantinnen und Migranten.
Modul 3: Virale Infektionen und Fieber-Exanthem-Syndrome
Dengue, Chikungunya, Zika und West-Nil-Fieber werden systematisch eingeordnet und anhand ihrer charakteristischen klinischen Merkmale voneinander abgegrenzt – inklusive Differenzialdiagnostik zu Masern, Varizellen, Malaria und HIV, auch auf dunklen Hauttypen.
Modul 4: Parasitäre Hautinfektionen
Das Modul stellt die klinisch relevantesten parasitären Erkrankungen vor: kutane Leishmaniose, furunkuläre Myiasis, Larva migrans und Skabies – mit Therapieempfehlungen und Präventionsmaßnahmen, erklärt anhand eigener Kasuistiken.
Modul 5: Mykotische Infektionen
Dieses Modul vermittelt praxisrelevantes Wissen zu Erregern, Diagnostik und Therapie mykotischer Hauterkrankungen – mit besonderem Fokus auf das zunehmend resistente Trichophyton mentagrophytes Typ VII und die daraus resultierenden Anforderungen an Resistenztestung und Therapieplanung.
Modul 6: Entzündliche Dermatosen in den Tropen
Das abschließende Modul zeigt, wie sich atopisches Ekzem, Psoriasis, Kontaktdermatitis und Autoimmundermatosen auf verschiedenen Hauttypen darstellen und wie die Diagnosestellung und Therapie aussehen.