Atopische Dermatitis (AD, im deutschen Sprachraum auch als Neurodermitis bezeichnet) ist eine chronische oder chronisch-rezidivierende Hauterkrankung mit juckenden Entzündungen der oberen Hautschichten.
Mit einer weltweiten 1-Jahresprävalenz von etwa 4 bis 5 % bei Erwachsenen und etwa 10 bis 15 % bei Kindern zählt sie zu den häufigsten Hauterkrankungen, mit steigender Tendenz in den letzten Jahrzehnten. Bei bis zur Hälfte der Betroffenen verläuft die Erkrankung zumindest phasenweise moderat bis schwer.
Ein enorm starker Risikofaktor ist eine positive Familienanamnese für atopische Erkrankungen. Zwillings- und Familienstudien haben gezeigt, dass mit ca. 80 % die sogenannte Erblichkeit der atopischen Dermatitis sehr hoch ist. Pathophysiologisch stehen eine gestörte Hautbarrierefunktion und eine Typ-2-vermittelte Immunreaktion im Zentrum des Krankheitsgeschehens, die mit einer erhöhten Expression von Zytokinen wie Interleukin-4 und -13 einhergeht.
Die Diagnose erfolgt klinisch anhand etablierter Kriterien wie Juckreiz und chronischen oder rezidivierenden Ekzemen. Zur objektiven Einschätzung des Schweregrades – wichtig für Therapieentscheidung und Verlaufskontrolle – dienen Scores wie der EASI oder der SCORAD.
Das Therapiemanagement richtet sich individuell nach Alter, Schweregrad, betroffenen Hautarealen, Triggerfaktoren, Vortherapien und Begleiterkrankungen. Von der Vermeidung individueller Triggerfaktoren und einer abgestimmten Basistherapie mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Externa über die topische antientzündliche Behandlung mit Glukokortikosteroiden oder Calcineurin-Inhibitoren bis zur Systemtherapie mit Biologika oder JAK-Inhibitoren bei moderaten bis schweren Verläufen, die sich rein topisch nicht ausreichend kontrollieren lassen.
AD-Patientinnen und -Patienten haben zudem ein etwa dreifach erhöhtes Risiko, ein Asthma oder eine Rhinitis zu entwickeln; insbesondere bei schweren Verläufen sind außerdem psychiatrische Komorbiditäten wie Angststörungen und Depressionen häufiger.
| vor 3 Jahren
Bewertung
Durchschnittliche Bewertung des Tutorials Atopische Dermatitis – von der gestörten Hautbarriere bis zum Therapiemanagement
Indikationen
Atopische Dermatitis
Neurodermitis
Wirkstoffe
Methotrexat
Baricitinib
Upadacitinib
Dupilumab
MTX
Tralokinumab
Abrocitinib
Glukocorticosteroide
CyA
Schlagworte
Asthma
Morbus Crohn
Colitis ulcerosa
rheumatoide Arthritis
Glaukom
Alopecia areata
Keratokonus
Netzhautablösung
Pilzinfektionen
Rhinitis
Bakterielle Infektionen
virale Infektionen
Gedeihstörungen
Staphylococcus aureus
IL-18
Lebensstilfaktoren
Staphylococcus
Th17-Zellen
IL-17
IL-15
IL-13
IL-22
Il-1ß
IL-23
Genetische Faktoren
Risikoloci
epidermale Barrierefunktion
FLG-Gen
Ichthyosis vulgaris
Tight Junctions
TEWL
Typ-2-Immunreaktionen
Alarmine
Th1
Th22
Juckreiz
EASI Score
SCORAD
lichenifizierten Papeln
Plaques
Ekzeme
Hauttrockenheit
Typ-1 Sensibilisierungen
Rhinokonjunktivitis
Hyperlinearität der Handinnenflächen
Hertoghe-Zeichen
Dennie-Morgan-Falte
Systemtherapie
Harnstoff
Glycerin
Biologika
Calcineurin-Inhibitoren
Topische Basistherapie
Glukokortikosteroide
Teleangiektasien
Hypertrichose
Kontaktallergie
Nebennierensuppression
Niedner