Die Multiple Sklerose (MS) ist eine autoimmunvermittelte, chronisch-entzündliche ZNS-Erkrankung mit primärer Demyelinisierung und diffuser Neurodegeneration. In Europa sind schätzungsweise 1,5 bis 2 Millionen Menschen betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Sie beginnt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr schubförmig remittierend und geht bei der Mehrzahl der Patientinnen und Patienten im Verlauf in eine langsame Progression über.
In den letzten Jahren wurden wesentliche pathogenetische Mechanismen geklärt, einiges bleibt aber unklar: Unstrittig ist, dass in das ZNS eingewanderte Immunzellen die Myelinscheiden der Neurone angreifen und die Reizweiterleitung stören. Nach der Entzündung ist ein gewisses Maß an Remyelinisierung möglich, chronisch-rezidivierende Schädigung kann das Myelin aber nachhaltig zerstören. Neben Umwelt- und Lifestyle-Faktoren wie EBV-Infektion, Luftverschmutzung, Rauchen, Adipositas oder Vitamin-D-Mangel tragen auch genetische Prädispositionen zur Manifestation von MS bei.
Die Diagnostik der MS ist ein Zusammenspiel aus Anamnese, körperlicher Untersuchung, Bildgebung sowie Blut- und Liquordiagnostik. Seit 2001 werden die sogenannten McDonald-Kriterien angewandt, die über die Zeit stetig weiterentwickelt wurden.
Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Komorbiditäten. Dazu gehören u. a. psychiatrische Erkrankungen, Schmerzsyndrome, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie Autoimmun- oder Urogenitalerkrankungen. Diese Komorbiditäten können durch die MS bedingt sein, unabhängig von ihr auftreten oder aber durch die MS getriggert werden. Sie können nicht nur die Therapie, sondern auch die Diagnose und den Krankheitsverlauf der MS beeinflussen.
Eine kausale Therapie gibt es bislang nicht. Die Behandlung besteht vor allem in einer Reduktion der Entzündungsreaktion und den dadurch ausgelösten funktionellen Einschränkungen. Grundsätzlich ist der Erfolg einer Immuntherapie bei MS umso größer, je früher im Krankheitsverlauf die Behandlung begonnen wird. Je nach Verlaufsform kommen unterschiedliche Wirkstoffklassen zum Einsatz.
| vor 2 Jahren
Bewertung
Durchschnittliche Bewertung des Tutorials Multiple Sklerose – mehr als eine Diagnose: Komorbiditäten, Diagnostik und Therapie
Indikationen
Multiple Sklerose
Adipositas
Rheumatoide Arthritis
Systemischer Lupus Erythematodes
Depression
Fatigue
Atopische Dermatitis
Psoriasis
Angststörung
Angststörungen
Depressionen
Inkontinenz
Sjögren-Syndrom
Zöliakie
Bluthochdruck
Sjögren Syndrom
Hyperlipidämie
Vitamin D-Mangel
Autoimmunthyreoiditis
Angsterkrankung
CED
ischämische Herzkrankheit
Blasendysfunktion
Harnretention
Harndrang
Erektionsstörungen
klinisch isoliertes Syndrom (KIS)
Manifeste MS
Chronisch progrediente MS
Multiple Sklerose (MS)
Progressive Multifokale Leukenzephalopathie (PML)
JC-Virus-Infektion
Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS)
Wirkstoffe
Natalizumab
Alemtuzumab
Fingolimod
Ocrelizumab
Glatirameracetat
Teriflunomid
Dimethylfumarat
Diroximelfumarat
Interferon-Beta-Präparate
Siponimod
Cladribin
Ozanimod
Ofatumumab
Mitoxantron
Tolebrutinib
Fenebrutinib
Evobrutinib
Remibrutinib
Ponesimod
Orelabrutinib
Rituximab
Schlagworte
CD8+-T-Zellen
ZNS-Demyelinisierung
CD4+
CD8+
Hans Lassmann
Claudia Lucchinetti
Wolfgang Brück
Myelinscheiden
Demyelinisierung
zerebrale Ischämie
Elektrophysiologie
Bildgebung
Liquordiagnostik
McDonald Kriterien
zeitliche Dissemination
MRT
Progression
Therapiestrategie
Leitlinien
Entzündungsreaktion
Funktionelle Einschränkungen
Krankheitsverläufe
Immunmodulatorische Therapien
Krankheitsaktivität
Wirksamkeitskategorien
Stufenschema
Hit hard and early Strategie
Personalisierte Medizin
Immuntherapeutika
Klinische Wirkung
Leary et al. (2010)
Kappos et al. (2009)
Brown et al. (2019)
Hemner et al. (2021)
La Mantia et al. (2016)
Rice et al. (2001)
Vermersch et al. (2014)
Viglietta et al. (2015)
Wiendl et al. (2021)
Behandlungsmöglichkeiten
Leitlinie
Liquorpunktion
Risikomanagement
Immunmodulation
Therapiealgorithmus
Infektionsprävention
Autoimmunerkrankung
Patientensicherheit
Therapiewechsel
Krankheitsprogression
Therapieüberwachung
Neurologische Bildgebung
Therapietreue
MRT-Screening
Biomarker-Überwachung
ZNS-Infektionen