Die Präzisionsonkologie richtet die Therapie an den molekularen Merkmalen des einzelnen Tumors aus. Entscheidend sind Treibergene. Sie lassen sich zwölf zentralen Signalwegen zuordnen und sind von neutralen Passagiermutationen abzugrenzen. Solide Tumoren sind regelhaft polygenomisch: Aus klonalen Subpopulationen können unter Therapiedruck Resistenzen hervorgehen. Charakterisiert wird der Tumor mit Immunhistochemie, In-situ-Hybridisierung und Next Generation Sequencing. Molekulare Tumorboards übersetzen die Befunde in Therapiekonzepte.
Die Liquid Biopsy ergänzt die Gewebediagnostik. Untersucht wird Körperflüssigkeit, in der Regel Blut. Verbreitetstes Verfahren ist die Analyse zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA). Erkennbar sind Mutationen, Genkopienzahl-Veränderungen, Genfusionen und DNA-Methylierung. Die Methode ist wenig invasiv und wiederholbar. Beim kolorektalen Karzinom macht sie KRAS-Resistenzmutationen unter monoklonalen Anti-EGFR-Antikörpern sichtbar. Im UICC-Stadium II zeigt sie eine minimal residuelle Erkrankung an.
Beim Nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) zeigt sich die Breite des Ansatzes. EGFR-Mutationen werden mit EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren mehrerer Generationen adressiert, ALK-Fusionen mit ALK-Tyrosinkinase-Inhibitoren. Für die Variante KRAS G12C gibt es KRAS-G12C-Inhibitoren. Dazu kommen bispezifische EGFR/MET-Antikörper, MET-Tyrosinkinase-Inhibitoren sowie BRAF- und MEK-Inhibitoren. Bei NTRK-, RET- und ROS1-Fusionen kommen Kinaseinhibitoren infrage. Ergänzend werden VEGF-bindende Antikörper, Checkpoint-Inhibitoren und Platin-basierte Chemotherapie eingesetzt.
Indikationen
Kolonkarzinom
Lungenkarzinom
ALK-positives Lungenkarzinom
Gastrointestinale Tumoren
Gastrointestinale Tumore
Barrett-Karzinom
ALK-positive Lungenkarzinome
GI Tumoren
Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom
NSCLC
EGFR-mutierte Lungenkarzinome
KRAS-mutierte Lungenkarzinome
NSCLC Treibermutation
Wirkstoffe
Selpercatinib
Alectinib
Osimertinib
Lorlatinib
Crizotinib
Afatinib
Tepotinib
Dacomitinib
Brigatinib
Ceritinib
Amivantamab
Dabrafetinib
Entrectenib
Loratrectinib
Praisetinib
Erlotinib
Gefitinib
EGFR-TKIs
Schlagworte
EGFR-mutiert
Molekulares Tumorboard
Angiogenese
EGFR Mutation
Tumorheterogenität
Her2-positiv
EGFR Inhibition
Tumorgene
Onkogenese
Treibergene
Proto-Onkogen
Seneszenz
Apoptose
Hallmarks of Cancer
Enabling Characteristics
Tumorcharakterisierung
FISH
Fluoreszenz-in-situ Hybridisierung
Ganzgenomsequenzierung
RNA-Sequenzierung
Einzel-Gentest
ctDNA
cfDNA
Klonale Hämatopoese
FDA
Zirkulierende Tumorzellen
Exosomen
cell-free DNA
zellfreie DNA
minimal residuelle Erkrankung
Tumorgenotyp-naiver Assay
Tumorgenotyp-informierte Assay
Tumorgewebeanalyse
Gewebebiopsie
KRAS-Resistenzmutation
UICC-Stadium II
NTRK
ADAURA
ADAURA Studie
ROS1
Treibermutation
KRAS G12C Mutation
KRAS G12C
FLAURA
BRAF
NSCLC Treibermutation
NTRK-Inhibitoren
ALK-Fusionen
EGFR-Mutationen
ESMO Leitlinie
ESCAT
ESMO Scale for Clinical Actionability of molecular Targets
MET
RET
T790M
Exon 20 Insertionen
Onkopedia-Leitlinie
EML4
CodeBreaK 200