Seminar Empfehlung
Rezidivierende Harnwegsinfekte?
Benignes Prostatasyndrom (BPS) – Symptome des unteren Harntraktes (LUTS)
Prostatakrebsfrüherkennung
Referent:in
Universitätsklinikum Essen
Klinik und Poliklinik für Urologie / Kinderurologie und Uroonkologie
Geschäftsführende Oberärztin
Prof. Dr. Claudia Kesch aus Essen präsentiert in ihrem Vortrag drei praxisrelevante Fallbeispiele aus dem Fachgebiet der Urologie.
Im ersten Fall wird eine Patientin vorgestellt, bei der die differentialdiagnostische Abklärung rezidivierender Beschwerden des Harntraktes im Vordergrund steht. Dabei wird diskutiert, ob rezidivierende Harnwegsinfektionen vorliegen oder alternative Ursachen der Symptomatik in Betracht gezogen werden müssen. Prof. Kesch definiert zunächst die verschiedenen Formen der Harnwegsinfektion, darunter die unkomplizierte Harnwegsinfektion, die untere Harnwegsinfektion (Zystitis), die obere Harnwegsinfektion (Pyelonephritis) sowie die rezidivierende Harnwegsinfektion. Anschließend werden diagnostische Strategien, präventive Verhaltensmaßnahmen und edukative Konzepte zur Rezidivprophylaxe erläutert. Abschließend diskutiert sie mögliche patient:inneninitiierte Therapiemaßnahmen sowie pharmakologische Behandlungsoptionen, insbesondere den gezielten Einsatz antibiotischer Therapien.
Der zweite Fall beschäftigt sich mit dem Benignes Prostatasyndrom (BPS) sowie Symptomen des unteren Harntraktes (Lower Urinary Tract Symptoms, LUTS) anhand des Fallbeispiels eines 69-jährigen Patienten. Prof. Kesch erläutert zunächst die urologische Basisdiagnostik mit besonderem Fokus auf die intravesikale prostatische Protrusion (IPP) sowie die sonographische Bestimmung der Detrusordicke. Darüber hinaus werden die aktuellen medikamentösen Therapieoptionen des benignen Prostatasyndroms dargestellt, darunter α-Adrenozeptorblocker, 5α-Reduktasehemmer, Anticholinergika, Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE5-Hemmer) sowie β3-Adrenozeptoragonisten.
Im dritten Fall steht die Früherkennung des Prostatakarzinom im Mittelpunkt. Vorgestellt wird ein 57-jähriger Patient ohne bekannte familiäre Belastung für maligne Erkrankungen. Prof. Kesch diskutiert hierbei die Bedeutung der PSA-Bestimmung sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile für die betroffenen Patienten. Ergänzend wird eine onkologische Studie zur Sicherheit des Einsatzes der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) vorgestellt. Abschließend wird die PROBASE-Studie präsentiert, an der insgesamt etwa 46.000 Männer teilnahmen.
Indikationen
benigne Prostatahyperplasie (BPH)
Benignes Prostatasyndrom
Harnwegsinfektionen
Lower Urinary Tract Symptoms
LUTS
Prostatakarzinom
Pyelonephritis
Zystitis
Schlagworte
S2e-Leitlinie Diagnostik und Therapie des BPS
S3-Leitlinie Prostatakarzinom
S3-Leitlinie: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen