Moderation
Tagesspiegel Background Gesundheit
Referent:in
1. Vorsitzende des Marburger Bundes - Bundesverband
Referent:in
Berichterstatterin für Arzneimittelversorgung, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Referent:in
Geschäftsführer Politik, Pharma Deutschland
Referent:in
Leiter Projektbereich Globale Gesundheitsökonomie, Kiel Institut für Weltwirtschaft
In der Arzneimittelversorgung tun sich immer wieder Lücken auf. Vor allem in der Herbst-Winter-Saison kommt es bei derzeit etwa 500 Medikamenten zu Engpässen in der Versorgung. Sowohl der Vertrieb über den Apotheken-Einzelhandel als auch für Krankenhäuser gerät häufig ins Stocken. Politische Interventionen erweisen sich bisher als schwierig. Ein 2023 von der Ampel-Koalition beschlossene „Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz“ sollte Abhilfe schaffen. Neben erweiterten Bevorratungspflichten von Medikamenten im Rahmen von Rabattverträgen sind seitdem auch flexiblere Preisvorgaben für versorgungskritische Arzneimittel im Fall von Engpässen in Kraft. Eine durchgreifende Wirkung der mit dem Gesetz bezweckten Maßnahmen blieb bislang aus.
Während Produktionskapazitäten in Europa immer weiter abgebaut worden sind, verstärken sich die Abhängigkeiten von Herstellern in Fernost und werfen die Frage auf: Wie lassen sich Engpässe in der Arzneimittelversorgung künftig vermeiden? Braucht es eine staatlich regulierte Wiederansiedlung von Arzneimittel-Herstellern in Europa? Oder ist ein neuer Umgang mit dem globalisierten Pharma-Markt nötig, hin zu mehr Diversifizierung und möglichst vielen Handelsverträgen mit möglichst vielen verschiedenen Ländern weltweit? Welche Rolle kann die EU dabei spielen, was kann und was sollte die Bundesregierung tun, um Versorgungssicherheit herzustellen? Das ist das Thema der neuen Sendung von MB DIREKT – der Diskussionssendung des Marburger Bundes.
Schlagworte
Arzneimittelversorgung
Marburger Bund
MB Direkt
Medikamente als Mangelware