
Seminar Empfehlung
Deprescribing - reichen weniger Pillen im Alter?
Prof. Dr. med. Helmut Frohnhofen
Schluckstörungen und Mangelernährung
Univ.-Prof. Dr. med. Rainer Wirth
Demenz und Delir
Dr. med. Carla Stenmanns
Wissenschaftliche Leitung
Universitätsklinikum Düsseldorf
Leitender Arzt Altersmedizin, Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie, physikalische Therapie, Intensivmedizin, Palliativmedizin, Zusatzbezeichnung Schlafmedizin und Somnologie (DGSM)
Referent:in
Marien Hospital Herne
(Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum)
Direktor der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation
Referent:in
Universitätsklinikum Düsseldorf
Fachärztin Innere Medizin, Zusatzbezeichnungen: Geriatrie, Palliativmedizin
Stellv. Leitende Ärztin Altersmedizin
PraxisLive zur Geriatrie. Wann ist weniger mehr – was ist beim Deprescribing im höheren Alter zu beachten? Wie kann man trotz Schluckstörungen eine ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sicherstellen? Wie erkennt und behandelt man Demenz und Delir, auch in der hausärztlichen Versorgung?
In dieser Online-Fortbildung der PraxisLive-Sendereihe für Sie im Studio:
Prof. Dr. Helmut Frohnhofen aus Düsseldorf geht der Frage nach: Deprescribing – reichen weniger Pillen im Alter? Zunächst erläutert Prof. Frohnhofen, warum bei multimorbiden älteren Patient:innen eine kritische Überprüfung der Dauermedikation entscheidend ist und veranschaulicht anhand aktueller Studien- und Metaanalysedaten, welchen Effekt ein gezieltes Absetzen von Medikamenten auf Mortalität und Sturzrisiko haben kann. An Beispielen wie Betablockern, Statinen, Diuretika und Protonenpumpenhemmern macht Prof. Frohnhofen deutlich, wann eine Therapie noch indiziert ist und wann sie mehr schadet als nützt. Dabei plädiert Prof. Frohnhofen dafür, dass man statt unklar definierter Polypharmazie von Pharmahygiene gesprochen werden sollte und bei älteren Menschen jährlich eine Überprüfung von Indikation und Therapieziel erfolgen sollte.
Univ.-Prof. Dr. Rainer Wirth aus Herne widmet sich Schluckstörungen und Mangelernährung im Alter. Prof. Wirth stellt die Diagnostik mittels flexibler endoskopischer Schluckuntersuchung (FEES) vor und erläutert, warum unterschiedliche Befundmuster einer Dysphagie eine jeweils angepasste Therapie erfordern – von Chin-Tuck-Manöver bis Kostanpassung nach IDDSI-Standard. Anhand der GLIM-Kriterien zeigt Prof. Wirth, wie Malnutrition zuverlässig erkannt wird und stellt mit der EFFORT-Studie einen Beleg dafür vor, wie eine individualisierte Ernährungstherapie bei frailen Patient:innen die 30-Tage-Mortalität nahezu halbieren kann.
Dr. Carla Stenmanns aus Düsseldorf behandelt Demenz und Delir in der geriatrischen Praxis. Dr. Stenmanns führt durch die diagnostischen Kriterien beider Krankheitsbilder, stellt den 4AT-Test zur Delirerkennung vor und zeigt, wie sich ein Delir von einer Demenz mit Lewy-Körperchen anhand der Fluktuation von Aufmerksamkeit und Wachheit sowie optischer Halluzinationen unterscheiden lässt. Besonderes Augenmerk legt Dr. Stenmanns auf das hypoaktive Delir, das häufig fehl- oder gar nicht diagnostiziert wird, sowie auf die wechselseitige Risikobeziehung zwischen Demenz und Delir, bei der ein Delir das spätere Demenzrisiko um das bis zu Achtfache erhöhen kann. Abschließend stellt Dr. Stenmanns Maßnahmen zur ambulanten Nachsorge nach einem Delir sowie zur Delirprävention vor elektiven Eingriffen vor.
Kanal
Indikationen
Delir
Demenz
Depression
Dysphagie
Frailty
Muskelatrophie
Myokardinfarkt
Sarkopenie
Schluckstörung
Wirkstoffe
Betablocker
Diuretika
Protonenpumpenhemmer
Statine
Schlagworte
Chin-Tuck-Manöver
Deprescribing
EFFORT-Trial
Fiberendoskopische Schluckuntersuchung (FEES)
Fit for the Aged (FORTA)
Global Leadership Initiative on Malnutrition (GLIM)
International Dysphagia Diet Standardisation Initiative (IDDSI)
Leaking
Lewy-Körperchen
Malnutrition
Mangelernährung
Mortalität
Polypharmazie
Stürze
Verwirrtheit