Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind durch eine schubweise rezidivierende oder dauerhafte Entzündung des Darms gekennzeichnet. Weltweit sind 6 bis 8 Millionen Menschen erkrankt, die Prävalenz der Colitis ulcerosa liegt etwa doppelt so hoch wie die des Morbus Crohn. Die Pathogenese ist komplex und bisher nicht vollständig verstanden: Genetische Prädisposition und ein durch Umweltfaktoren verändertes Mikrobiom führen zu einer gestörten Darmbarriere und einer überschießenden Immunantwort.
Die Diagnostik stützt sich auf Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor- und Stuhldiagnostik, Endoskopie mit Stufenbiopsien und bildgebende Verfahren. Fäkales Calprotectin dient als Entzündungsmarker und Verlaufsparameter. Histologisch zeigt der Morbus Crohn eine diskontinuierliche, transmurale Entzündung, die Colitis ulcerosa eine kontinuierliche, auf die Schleimhaut beschränkte. Bei etwa 10 % der Betroffenen bleibt die Zuordnung offen, differenzialdiagnostisch sind unter anderem infektiöse Colitiden abzugrenzen.
Die Therapieziele der reichen vom symptomatischen Ansprechen über die steroidfreie Remissionserhaltung bis zur endoskopischen Heilung. Konventionell stehen Glukokortikoide, Aminosalicylate, Purinanaloga und Methotrexat zur Verfügung. Zielgerichtet wirken TNF-alpha-Inhibitoren, IL-12/23- und IL-23-Inhibitoren, α4β7-Integrin-Inhibitoren, JAK-Inhibitoren und Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-Modulatoren. Ergänzend kommen therapeutisches Drug Monitoring, Chirurgie und psychologische Therapien hinzu.
Bewertung
Durchschnittliche Bewertung des Tutorials Chronisch entzündliche Darmerkrankungen — Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
Indikationen
Morbus Crohn
Colitis ulcerosa
Psoriasis
Ankylosierende Spondylitis
Tenesmus
Lymphome
Kolonkarzinom
Appendizitis
Divertikulitis
Reizdarmsyndrom
Primär sklerosierenden Cholangitis
Perianale Abszesse
Colitiden
Ischämische Colitis
Strahlencolitis
Diversionscolitis
Mikroskopische Colitis
Medikamenten-toxische Colitis
Wirkstoffe
NSAR
Antibiotika
Methotrexat
Sulfasalazin
Adalimumab
Infliximab
Upadacitinib
Ustekinumab
Risankizumab
Mirikizumab
Vedolizumab
Ozanimod
Biologika
6-Mercaptopurin
Etrasimod
Aminosalicylate
Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-Modulatoren
Schlagworte
Mikrobiom
Darm-Mikrobiom
Intestinale Homöostase
Epitheliale Barrierefunktionen
Immunregulation
Zellmigration
Autophagie
Panethzellen
Defensine
NOD-2
Mustererkennungsrezeptor
Ruminococcus torques
Blautia, Colidextribacter
Oscillospiraceae
Gallensteine
Osteoporose
Uveitis
Arthritiden
Nierensteine
Stomatitis
Episkleritis