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Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist definiert als eine mindestens drei Monate andauernde Einschränkung der glomerulären, tubulären oder endokrinen Nierenfunktion und gilt inzwischen als Volkskrankheit: In Deutschland sind schätzungsweise über 10 % der Bevölkerung betroffen. Die KDIGO-Klassifikation stuft den Schweregrad anhand der glomerulären Filtrationsrate und des Ausmaßes einer Albuminurie ein. Beide Parameter sagen unabhängig voneinander das Risiko für Dialysepflichtigkeit und Mortalität vorher.
Häufigste Ursachen sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck; daneben führen unter anderem Glomerulonephritiden und angeborene Zystennierenerkrankungen zur CKD. Ihnen gemeinsam ist eine Endstrecke aus Vernarbung und Fibrose des Nierengewebes, die anders als bei der akuten Nierenschädigung nicht reversibel ist. Die Erkrankung verläuft oft lange asymptomatisch; erst in fortgeschrittenen Stadien treten Symptome wie Ödeme und Luftnot durch Störung des Wasserhaushaltes, sowie Urämiesymptome bei fehlender Entgiftungsfunktion auf. Bereits ab frühen Stadien ist die CKD zudem mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert.
Diagnostisch stehen Blut- und Urinuntersuchungen sowie die Sonographie beider Nieren im Vordergrund; in ausgewählten Fällen kommen Nierenbiopsie oder humangenetische Untersuchungen hinzu. Therapeutisch hat sich das Spektrum deutlich erweitert: Neben einer konsequenten Blutdruckeinstellung und RAAS-Inhibitoren gehören SGLT2-Inhibitoren inzwischen zur Standardtherapie, ergänzt bei diabetischer Nierenerkrankung durch nichtsteroidale Mineralokortikoidrezeptorantagonisten. Zunehmend zeigen auch moderne Antidiabetika wie GLP-1-Rezeptoragonisten nierenprotektive Effekte. Lässt sich die Progression trotz dieser Maßnahmen nicht aufhalten, stehen Dialyse und Nierentransplantation zur Verfügung.
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