Porphyrien – Grundlagen und Physiologie der Hämsynthese
Einteilung der Porphyrien – Welche Formen gibt es?
Akute hepatische Porphyrien – Grundlagen
Klinisches Bild
Diagnostik der AHP
Therapie der AHP
Basismaßnahmen
Spezifische AHP-Therapien
Fazit
Wissenschaftliche Leitung
Klinikum Chemnitz
Porphyriezentrum
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie
Akute hepatische Porphyrien (AHP) sind seltene, genetisch bedingte Störungen der Hämsynthese in der Leber. Enzymdefekte führen zu einer Akkumulation und vermehrten Ausscheidung toxischer Stoffwechselzwischenprodukte. Diese sogenannten Porphyrine bzw. Porphyrinvorläufer können eine Vielzahl abdomineller, dermatologischer und neuropsychiatrischer Symptome verursachen. Wir besprechen in diesem Tutorial die Grundlagen der Häm-Biosynthese, die Einteilung der Porphyrien und praxisrelevante Inhalte zur Klinik, Diagnostik und Therapie der AHP.
Das klinische Bild der AHP ist sehr heterogen. Typisch sind attackenartig auftretende starke Bauchschmerzen, neuropsychiatrische Symptome, die von Konzentrationsstörungen und Unruhezuständen bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen und Koma reichen können, sowie eine rötliche Verfärbung des Urins und eine Hyponatriämie. Die Erkrankung verläuft wellenförmig – akute Attacken werden in der Regel durch Trigger wie Stress, Fasten oder Medikamente ausgelöst. Die AHP manifestiert sich typischerweise im jungen Erwachsenenalter. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
Die Diagnose lässt sich anhand der Bestimmung von Gesamtporphyrinen sowie der Vorläufer δ-Aminolävulinsäure (ALA) und Porphobilinogen (PBG) im kreatininkorrigierten Spontanurin recht einfach stellen. Nach gesicherter Diagnose sollte eine molekulargenetische Abklärung erfolgen. Aufgrund der Vielgestaltigkeit der AHP wird die Diagnose jedoch häufig mit erheblicher Verzögerung gestellt. Häufige Fehldiagnosen sind beispielsweise ein Reizdarmsyndrom oder psychosomatische Diagnosen.
Die Behandlung besteht zum einen aus Basismaßnahmen, zu denen die Identifizierung und Eliminierung des Auslösers, eine adäquate Analgesie sowie eine ausreichende Kalorienzufuhr gehören. Hinzu kommen spezifische Therapien, wie die Akuttherapie mit Häm-Arginat und die prophylaktische Therapie mit der RNA-Interferenz Givosiran. Sie kann die Anfallshäufigkeit reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.
Indikationen
(Poly-)Neuropathien
Abdominale Schmerzen
abdominelle Beschwerden
Akutes Abdomen
Dunkler Urin
Harnverhalt
Hyponatriämie
Lähmungen
Motorische Neuropathie
Neuropsychiatrische Störung
Neuropsychiatrische Symptome
Parästhesien
Photodermatosen
Rötlicher Urin
Symptomatische Hyponatriämie
Übelkeit
Wirkstoffe
Givosiran
Häm-Arginat
RNA-Interferenz
Schlagworte
abdominelle Schmerzen
akute hepatische Porphyrien
akute intermittierende Porphyrie
ALA
ALA-Dehydratase-Mangel-Porphyrie
ALA-Synthase
ALA-Synthase 1
ALA-Synthase 2
ALAS
ALAS1
ALAS1-mRNA
arterielle Hypertonie
Attackenfreiheit
Attackenreduktion
autonomes Nervensystem
axonal betonte motorische Neuropathie
chronisch hepatische Porphyrie
Doss-Porphyrie
Elektrolytstörungen
enzephalopathische Veränderungen
erythropoetische Porphyrien
GalNAc
GalNAc-Ligand
Gen-Silencing
Gendefekt
Gesamtporphyrine
Häm-Biosynthese
Hämdefizit
Hämkomplex
HCC
HCC-Früherkennung
HCC-Screening
Hepatozelluläres Karzinom
hereditäre Koproporphyrie
Lebertransplantation
Lebertransplantation (LTX)
Motorische Neuropathie
neurotoxische Metabolite
PBG
PBG-Deaminaseaktivität
Peripheres Nervensystem
Photodermatosen
Porphobilinogen
Porphobilinogen-Deaminase
Porphyria cutanea tarda
Porphyria variegata
Porphyrine
Porphyrinvorläufer
SIADH
Stuhlporphyrine
Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion
Tachykardie
Vasotoxizität
Zentrales Nervensystem
δ-Aminolävulinsäure